Helnwein ( news )
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Du Mont
Cologne
Gregory Fuller
ENDZEIT-STIMMUNG
Düstere Bilder in goldener Zeit
Das Gewaltthema und das Thema "der Mensch als Opfer" setzten sich von Beckmanns früher Arbeit von 1907 bis zum heutigen Tag fort.
Bei Bruce Naumann, Marcel Odenbach, Jeff Wall und Gottfried Helnwein wandeln sich zwar die künstlerischen Mittel radikal, nicht aber das Thema selbst.

Gottfried Helnwein :

ENDZEITSTIMMUNG - DÜSTERE BILDER IN GOLDENER ZEIT
1993
DuMont, Buchverlag, Köln
Gregory Fuller
Das Gewaltthema und das Thema "der als Opfer" setzten sich von Beckmanns früher Arbeit von 1907 bis zum heutigen Tag fort. Bei Bruce Naumann, Marcel Odenbach, Jeff Wall und Gottfried Helnwein wandeln sich zwar die künstlerischen Mittel radikal, nicht aber das Thema selbst.

GOTTFRIED HELNWEIN, 1948 in Wien geboren, lebt heute in Deutschland. Frühere Aktionen der siebziger Jahre, bei denen er, Mitleid heischend, als Bandagierter auftrat, schienen dem Wiener Aktionismus nahezustehen. Helnweins Darstellung des menschlichen Leids gibt sich jedoch viel zu pointiert, ja viel zu sozialkritisch, als das man dem Künstler den Wiener Aktionismus zuordnen dürfte. Die für diesen Kreis typische Selbstdarstellung setzt Helnwein ein, um beinahe politische Aussagen zu machen, nicht um im Orgiastischen, im Narzißmus oder sogar im Mystizismus zu schwelgen.
Helnweins faszinierendes Oeuvre umfaßt absolute Gegensätze. Helnwein ist ein Künstler der kompromißlosen Aussagen: Das Triviale, etwa der Disneykultur, wechselt ab mit Untergangsvisionen der Seele, die Göttlichkeit des Kindes kontrastiert mit Horrorbildern von Kinderschändung. Sein Grundthema aber bleibt die Gewalt, das physische und seelische Leid, das ein Mensch dem anderen zufügt. Der Künstler variiert dieses Thema innerhalb zweier Komplexe, die sich über viele Jahre hin durch sein Werk ziehen...

Der vollständige Text:

About the author:
Gregory Fuller, 1948 in Chicago geboren, studierte in Tübingen und Marburg Philosophie, Kunstwissenschaft und Amerikanistik; Promotion 1975. Veröffentlichung zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten, vor allem auf dem Gebiet der Ästhetik. Zum Thema Endzeit publizierte er den literarischen Essay "Das Ende. Von heiteren Hoffnungslosigkeit im Angesicht der ökologischen Katastrophe", Zürich 1993. Bei DuMont erschien von ihm: "Kitsch-Art. Wie Kitsch zur Kunst wird" (DuMont Taschenbücher, Band 287). Fuller arbeitet als Verlagsredakteur in Stuttgart.



1994 Du Mont Gregory Fuller



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