31. maggio 1999
Interview. Gottfried Helnwein über seine späte Entdeckung der Renaissance und den Performance-Künstler Muhammad Ali.
Helnwein: "Mich hat der ganze Kulturbetrieb nicht interessiert. Ich war als Kind von Comics fasziniert, und den Rolling Stones und Jimi Hendrix, und ich habe mir immer gesagt, so müsste man auch malen können. Ich habe natürlich am Anfang Bilder gemacht, die ausgestellt werden sollten, aber ich habe immer das Gefühl gehabt, dass das noch nicht alles sein kann."
"Mich hat immer Unzufriedenheit mit dem, was ich gerade mache, weitergebracht. So habe ich Anfang der achtziger Jahre einen radikalen Schnitt vollzogen. Und ich bin mit meiner Familie nach Deutschland gegangen - auf Distanz zum Bekannten, Vertrauten. Ich habe dabei eine ungeheure Freiheit empfunden und schlagartig anders gemalt. Erst aus der räumlichen und zeitlichen Distanz ist mir auch das Österreichische in meiner Arbeit bewusst geworden, und habe ich es kritisch weiterentwickeln können."
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