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15. January 1987
- 28. February 1987
Galerie Würthle, Wien
Ausstellungskatalog
Hans Dichand
"MALEN HEISST SICH WEHREN. IMMER EINE ANTWORT AUF ETWAS." HELNWEIN
Als vor einigen Jahren Gottfried Helnweins Werke im Wiener Pressehaus vorgestellt wurden, protestierte der Betriebsrat. Von keiner Gesellschaft, von keiner Klasse, wird neue Kunst akzeptiert, immer nur von einzelnen. Stets gibt es anfänglich Widerstand, weil es in jeder etablierten Gesellschaft an kultureller Beweglichkeit fehlt, das Neue zu erkennen und akzeptieren. Bei Helnwein, der durch seine Bilder konventionelle Verletzlichkeit in einem ganz besonderen Maße provoziert, war die Ablehnung auch entsprechend extrem. "Blut- und Narbenmaler" nannte man ihn.
Er hat sich dennoch durchgesetzt. Heute ist Gottfried Helnwein weltbekannt und als Künstler entsprechend eingestuft. Die jetzige Ausstellung zeigt, dass er ein Suchender geblieben ist, einer der nach Sturm und Drang Extreme hinter sich gelassen hat, ohne künstlerische Kraft eingebüßt zu haben. Nach wie vor gilt seine Aussage: "Malen ist sich wehren. Immer eine Antwort auf etwas." |
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Zur Ausstellung von Gottfried Helnwein
Hans Dichand
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Zu allen Zeiten und in allen Kulturen sind Künstler Seher gewesen.
Stets blicken sie in die Zukunft und bleiben so in der Gegenwart meist missverstanden. Die Gesellschaft empfindet ihre Kunst, weil sie nicht bestätigend ist, schockierend. |
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Später einmal wird man kaum begreifen können, warum das so war. Wie konnten zum Beispiel die Impressionisten Stürme der Ablehnung hervorrufen? Wie konnte Rembrandt verkannt werden? Bei Schiele, der uns zeitlich näher ist, verstehen wir heute noch die Ablehnung seiner Bilder, aber wir erkennen auch schon wie falsch dieses Urteil war.
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Manchmal hört man, bürgerliche Denkart und der schöpferische Anspruch des Künstlers vertragen einander nicht. Daraus entstünden die Konflikte. Das hat nie gestimmt, denn stets hat es in allen Klassen der Gesellschaft Menschen gegeben, die sich von Kunst nicht angesprochen fühlten und solche, die an ihre Tiefen sehr nah herankamen. Daran hat auch die Parole "Kunst fürs Volk" nichts ändern können.
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Als vor einigen Jahren Gottfried Helnweins Werke im Wiener Pressehaus vorgestellt wurden, protestierte der Betriebsrat. Von keiner Gesellschaft, von keiner Klasse, wird neue Kunst akzeptiert, immer nur von einzelnen. Stets gibt es anfänglich Widerstand, weil es in jeder etablierten Gesellschaft an kultureller Beweglichkeit fehlt, das Neue zu erkennen und akzeptieren. Bei Helnwein, der durch seine Bilder konventionelle Verletzlichkeit in einem ganz besonderen Maße provoziert, war die Ablehnung auch entsprechend extrem. "Blut- und Narbenmaler" nannte man ihn.
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Er hat sich dennoch durchgesetzt. Heute ist Gottfried Helnwein weltbekannt und als Künstler entsprechend eingestuft. Die jetzige Ausstellung zeigt, dass er ein Suchender geblieben ist, einer der nach Sturm und Drang Extreme hinter sich gelassen hat, ohne künstlerische Kraft eingebüßt zu haben. Nach wie vor gilt seine Aussage: "Malen ist sich wehren. Immer eine Antwort auf etwas."
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Diese Ausstellung wurde vom 18.10 bis 23.11. 1986 im Mittelrhein-Museum und im Haus Metternich in Koblenz gezeigt,
vom 15.1. bis zum 28.2.1987 in der Galerie Würthle in Wien, und als letzte Station im Leopold-Hoesch-Museum in Düren vom 29.3. bis 3.5.1987 |
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Kuratoren
Kurt Eitelbach, Mittelrhein-Museum, Koblenz
Hans Dichand, Galerie Würthle, Wien Dorothea Eimert, Leopold-Hösch-Museum, Düren |
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Dorothea Eimert, Leopold-Hösch-Museum, Düren
One man-show
Ausstellungskatalog 29. March 1987 - 03. May 1987 Die Befreiung aus den Fesseln der Vergangenheit, der Rückzug in die Stille und Besinnlichkeit hat bei Helnwein einen Arbeitsrausch hoher schöpferischer Güte ausgelöst. Sensibler und leiser, aber um so intensiver und kraftvoll formuliert er sein Thema vom verletzten und verwundeten Menschen, von seinen Leiden, seiner Sprachlosigkeit und von seiner Einsamkeit. Immer wieder konterveit Helnwein sich selbst als Verwundeten, mit Mullbinden Verbundenen, als Kopf mit eingeschnürten Sinnesorganen, als jemand, der nichts mehr in sich aufnehmen und nichts mehr von sich geben kann. Die jüngste, vielteilige Reihe mit Selbstportraitköpfen erschein wie ein Befreiungsakt in die Welt der farbenfreudigen Abstraktionen und differenziert schillernden Monochromie. Die Ohnmacht vor dem Destruktiven, Unangenehmen und Hässlichen, die Helnwein in seinen realistischen Bildern verdeutlicht, führt in den neuen Selbstportraits zur Auflösung in den abstrakten Farbrausch. |
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| 15. January 1987 | Galerie Würthle, Wien | Hans Dichand | |
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