"Kindskopf", 1991, Öl und Acryl auf Leinwand, 650x403.5
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Vorstufen zu diesem monumentalen Gemälde sind in Helnweins vielfach variierten Darstellungen leidender Kinder aus den 70er Jahren zu sehen, vor allem aber in der Kölner Installation "9. November Nacht", 1988.
Das menschliche Gesicht, besonders das kindliche, ist für Helnwein von größter Faszination und mithin eines seiner zentralen Bildsujets. Das hier vorgestellte monumentalisierte Gesicht eines kleinen Mädchens steht gleichsam stellvertretend für alle Kinder. Kinder sind in unserer profit- und leistungsorientierten Erwachsenengesellschaft beinahe als Randgruppe zu bezeichnen, fällt doch die Beachtung ihrer Interessen vergleichsweise bescheiden aus. Vor diesem Hintergrund ist die extreme Vergrößerung des Gesichtes in Verbindung mit der hyperrealistischen Auffassung als eine beklemmende Irritation unserer gewohnten Wahrnehmungserfahrung zu verstehen.
Ursprünglich wurde der "Kinderkopf" in einer Minoritenkirche in Krems, Stein gezeigt; und zwar an der zentralen Stelle eines frühgotischen Raumes, was dem Bild zweifelsohne eine sekrale Note verlieh.
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